Bauern rechnen mit drastischen Ernteeinbußen

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Finsterwalde Die Agrargenossenschaften rechnen mit Ertragseinbußen im Vergleich zum Vorjahr von 25 Prozent. Aufgrund der extremen Witterung ändert sich auch die Anbaukultur – dieses Jahr wurden 20 Prozent mehr Mais angebaut.

26.07.2011
Gerd Winkel, Werner Garesch und Gerd Grunewald (v. l.) von der Agrargenossenschaft Werenzhain testen die Getreidequalität. Foto: ald
Foto: ald
Die großen Agrargenossenschaften im Altkreis Finsterwalde rechnen mit drastischen Ertragseinbußen im Vergleich zum Vorjahr. Schuld sei das schlechte Wetter. „Als die Saat bereits im Boden war, war es zu nass, und als die Pflanzen zu blühen begonnen haben, war es zu trocken“, erklärt der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Elbe-Elster Günter Barth. Wenn die Böden zu feucht sind, bilden die meisten Pflanzen nur ein flaches Wurzelwerk. Ist es nach einer sehr feuchten Zeit sehr trocken, sorgt das flache Wurzelwerk dafür, dass die Pflanzen regelrecht verdursten.

„Wir fahren dieses Jahr wahrscheinlich 25 Prozent weniger Ernte ein“, sagt Siegfried Schubert von der Agrargenossenschaft Werenzhain. „Die extreme Trockenheit im Mai und Juni war nicht gut“, sagt Schubert. Auf den Flächen der Agrargenossenschaft stehen Weizen, Roggen, Raps, Gerste und Erbsen. „An manchen Stellen gab es sogar Totalausfälle“, sagt der Landwirt.

Mit 25 Prozent weniger Ertrag rechnet auch der Chef der Agrargenossenschaft Frankena, Axel Schulze. Auf seinen Feldern stehen Roggen, Weizen, Raps, Gerste und Erbsen. Besonders drastisch sei der Ertragsrückgang beim Raps, so Schulze. In den kommenden zwei Wochen müssen noch 400 Hektar Ackerfläche gedroschen werden. „Wenn das Wetter mitspielt, schaffen wir das auch“, so der Landwirt.

Besonders hart hat es wahrscheinlich auch die Agrargenossenschaft Oppelhain getroffen. „Unsere Erträge sind miserabel“, sagt Feldbauchef Mario Schwarze. „Diese Woche werden wir mit der Ernte fertig“, sagt er. Aktuell würden Roggen und Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, eingefahren. „Danach bereiten wir bereits die neue Aussaat vor“, so Schwarze weiter. Ende August soll der Raps auf die Felder gebracht werden.

Wenn Dirk Schadoch von Agrofarm Goßmar auf seine Felder schaut, treibt es auch ihm die Sorgenfalten in das Gesicht. „Ertragseinbußen sind das eine, die steigenden Kosten das andere“, sagt er. Aufgrund der Wetterlage müssen manche Felder mehrmals angefahren werden. Kann nicht geerntet werden, weil das Getreide zu nass ist, kommen Ausfallstunden der Beschäftigten hinzu. „Im Herbst können wir einen Schlussstrich ziehen. Dann wissen wir, wie das Jahr wirklich gelaufen ist“, so Schadoch weiter.

Neben weniger Ertrag hat die Wettersituation weitere Auswirkungen. Zum Beispiel wurden im Elbe-Elster-Kreis in diesem Jahr 20 Prozent mehr Mais angebaut. Mais wird im Gegensatz zu Weizen und Roggen, die während der Hochwasserzeit im Herbst ausgesät werden, erst Anfang Mai auf die Felder gebracht.


Von Alexander Dinger
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