Bürgermeister Seliger war den Turnern nicht wohlgesonnen

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Hauptlehrer Louis Schiller, Turnwart.Fotos: Archiv Hein

Nach einem Aufruf im Finsterwalder Wochenblatt für einen Turnverein in Finsterwalde kam es am 12. Juli 1862 zur Gründung.

Bereits ab 1860 hatte es nach der Verfügung der königlichen Regierung, dass in der Knabenschule mit dem Turnen begonnen werden sollte, erste Aktivitäten in Richtung einer sportlichen Entwicklung in den Schulen gegeben. Ungefähr acht Tage später zogen auch schon die beiden oberen Klassen der Schule unter der Leitung des jungen Lehrers Louis Schiller unter Trommelschlag ins Freie, um sich in den ersten Marsch- und Freiübungen zu versuchen. Da war es dann für den Lehrer Schiller eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass er sich bei Gründung des Vereins mit einbringen würde.

Das Echo auf den Aufruf war erstaunlich gut. Innerhalb kurzer Zeit meldeten sich 47 Männer. In der Versammlung wurden dann die Lehrer Schiller und Marcus und die Tuchfabrikanten Haferland und Schwalenberg in den Vorstand gewählt. Das Eintrittsgeld betrug 50 Pfennig und der monatliche Beitrag 30 Pfenning.

Am 12. August 1862 wurde dann das Vereinsstatut beim Königlichen Amtsgericht eingereicht und der Verein damit eingetragen.

Im folgenden Jahr hatte der Verein bereits 120 Mitglieder. Den Damen im Verein wurde nun ans Herz gelegt, eine Vereinsfahne zu beschaffen. Schon im Juli sollte die Weihe der von den Damen selbst gestrickten Fahne vollzogen werden.

Die Erlaubnis zur Einweihungsfeier auf dem Marktplatz wurde aber erst erteilt, als der Verein mit Ehrendamen und Gästen schon der Dinge harrte, die da kommen sollten. Der damalige Bürgermeister Seliger war den Turnern nicht wohlgesonnen.

1865 musste der Verein seine lieb gewordene Turnstätte auf dem Grundstück des Töpfermeisters Handke in der Berliner Straße neben dem Gaswerk räumen und wechselte mit seinen Geräten in den Garten des Restaurants Deutsches Haus in der Langen Straße.

Die Kriegsjahre 1864 und 1866 wirkten zerstörend auf den Verein, da sämtliche Vorturner und viele Mitglieder einberufen waren und das Turnen fast zum Erliegen kam.

Fritz Hein/fhn1Fritz Hein/fhn1
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