Finsterwalder Stadtwerke senken Gaspreis wieder

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Finsterwalde Nach der jüngsten Erhöhung des Gaspreises um gleich 13,5 Prozent machen die Stadtwerke jetzt wieder einen Teilrückzieher. Die ZDF-Sendung Frontal 21 hatte das Finsterwalder Unternehmen in dieser Woche als einen der Preistreiber in Deutschland auf dem Gasmarkt hingestellt. Unabhängig davon wird auch eine Senkung des Wasserpreises angekündigt.

19.08.2011
Günter Falkenhahn dreht an der Preisschraube – nach unten. Foto: D. Babbe
Foto: D. Babbe
Er könne den Zorn vieler verärgerter Bürger verstehen, sagt Geschäftsführer Günter Falkenhahn zu den Reaktionen auf die Fernsehsendung. Für sie sei bei solch einem Preisanstieg nicht erkennbar, warum sie Energie gerade von den Stadtwerken beziehen sollten. Er habe, unterstützt von Bürgermeister und Aufsichtsrat, damit begonnen, „die Stadtwerke auf allen Ebenen so aufzustellen, damit sie dauerhaft einen spürbaren Nutzen für die Bürger erbringen“. So sei man sich in den Gremien einig, dass den Kunden einen Teil der jüngsten Preiserhöhung bei Gas „zeitnah rückvergütet wird“, wie der Geschäftsführer am Donnerstag im RUNDSCHAU-Gespräch mitteilte. Zur Höhe will sich Falkenhahn noch nicht äußern, „aber es wird ein spürbarer Betrag für unsere Kunden sein“, versichert er. Er geht sogar so weit: „Wir werden gründlich prüfen, ob die Preiserhöhung in der Höhe und auch im Grunde nach überhaupt notwendig war.“ Sollte sich herausstellen, dass die Kunden zu viel bezahlt haben, bekommen sie ihr Geld zurück, so heißt es.

Auch beim Wasser will die Geschäftsführung jetzt an der Preisschraube drehen. Erstmals seit der Wende soll der Preis gesenkt werden, nachdem er in den letzten Jahren mitunter in großen Sprüngen nach oben ging. „Zu begründen ist das damit, dass ein marodes Netz übernommen wurde, das nach und nach teuer saniert werden musste“, sagt Falkenhahn – und nennt die Summe von 15 Millionen Euro, die die Stadtwerke seit 1996 in die Wasserversorgung gesteckt haben. Sichtbar ist der Batzen Geld an Wasserturm und Wasserwerk, zwei stadtbildprägende Denkmalbauten bzw. Wahrzeichen, die wieder in Schuss gebracht wurden.

Stadtwerke wollen wachsen

Finanzieren will der Geschäftsführer die Preissenkung, von der auch Kunden in Schacksdorf, Lichterfeld, Betten, Rehain, Lindthal, Tanneberg, Gröbitz, Ponnsdorf, Eichholz und Drößig profitieren, vor allem durch Wachstum im Unternehmen bei anderen Sparten – „denn wir werden beim Wasser nicht mehr Kunden hinzubekommen, eher verlieren“, kennt Falkenhahn die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung. Die Konzessionsverträge einiger Kommunen mit enviaM und Spreegas laufen in den nächsten Jahren aus – die Stadtwerke hoffen, dann zum Energieversorger und Dienstleister Nummer eins der Sängerstadtregion zu werden.

„Tabu-Themen“ im Gespräch

„Mehr Arbeit heißt dann nicht mehr Leute“, versichert Günter Falkenhahn. Er will die Stadtwerke in einzelne Geschäftsfelder zerlegen – und neue dazu gewinnen, Stichworte neue Energien und Netzbetreiber. „Dazu werden wir die Verantwortlichkeiten neu festlegen, die am Ergebnis gemessen werden. So können wir leistungsstärker werden und uns Spielräume bei den Preisen sichern“, meint der Chef. Dabei wolle er auch vor „Tabu-Themen“, wie er sagt, nicht haltmachen. So habe er im Vergleich zu seinem Vorgänger auf einen erheblichen Teil des Einkommens verzichtet, womit er im Unternehmen mit gutem Beispiel voran gehe.
Von Dieter Babbe
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