Als Sport sittenwidrig war

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Finsterwalde Der BSV Grün-Weiß Finsterwalde ist in die Fußstapfen des früheren Turnvereins 1862 getreten. Jetzt ist der dritte Teil der Vereinschronik herausgegeben worden.

26.07.2011
So sahen die sportlichen Finsterwalderinnen aus: Das Foto zeigt die erste Damen-Riege des Turnvereins im Jahr 1898. Foto: Archiv Hein
Foto: Archiv Hein
Das 2012 anstehende Jubiläum anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Turnvereins 1862 e.V. wollen die Sportfreunde des BSV Grün-Weiß Finsterwalde in würdiger Form begehen. Als nach der Wende 1990 die Finsterwalder Handballer als erster Verein unter freien Bedingungen in der Sängerstadt den BSV Grün-Weiß gründeten, wurde im Statut festgeschrieben, dass sich der Verein als Nachfolger des TV 1862 versteht, der die Traditionen des Vereins fortsetzen und auch bewahren wird. Es gab bei der Neugründung von Grün-Weiß noch mehrere Mitglieder des damaligen Turnvereins, die diesem Beschluss insgesamt zustimmten.

Im Rahmen der bereits anlaufenden Vorbereitungen auf das Jubiläum ist nun der dritte und abschließende Band der Vereinschronik erschienen, der nicht nur mit Akribie erarbeitet wurde, sondern mit der Aussagekraft seiner Bilder und Dokumente beeindruckt. In Eigenverantwortung hat Eckard Müller, Ehrenpräsident des BSV Grün-Weiß Finsterwalde, in monatelanger Arbeit die Grundlagen dafür zusammengetragen und damit die wichtigsten Gründungsdaten lückenlos belegt. Dass dabei das Brandenburgische Hauptarchiv eine der wichtigsten Quellen war, sollte nicht unerwähnt bleiben.

Die Chronik ermöglicht den Blick auf eine Zeit, in der Sporttreiben noch keine Selbstverständlichkeit war. Das betraf vor allem Frauen und Mädchen bei denen eine öffentliche sportliche körperliche Ertüchtigung gegen Sitte und Anstand verstieß. Dass es trotzdem engagierte Männer und Frauen gab, die der sportlichen Entwicklung mit ihrer Überzeugungkraft und gegen alle sonstigen Widerstände zum Durchbruch verhalfen, verdient Hochachtung.

Es entwickelte sich ein Vereinsleben, das die gesamte Familie mit einschloss. So waren Sportkameradschaft, Spiel und Frohsinn eine Einheit, die man nicht vermissen mochte. Man war stolz darauf, ein Turner zu sein.

Namen wie Richard Bieger, Papa August Eichhorn, Kurt Richter, Max Tworowski kommen da wieder in Erinnerung. Aber auch Adolf Rostock, Alfred Kringel, Georg Kühne oder Ilse Rostock, die für beachtliche sportliche Leistungen sorgten.
Von Fritz Hein
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