Sammeln, Forschen, Inventarisieren
Finsterwalde Mit Rainer Ernst, Leiter der Kreismuseen Finsterwalde und Bad Liebenwerda, sprach die RUNDSCHAU über Neues aus dem Bereich der Forschung und über kulturelle Angebote im kommenden halben Jahr.
15.08.2011
Rainer Ernst, stehen in diesem Jahr noch Veränderungen und Investitionen in den Kreismuseen in Finsterwalde und Bad Liebenwerda an?
Nachdem der Landkreis in den letzten Jahren viel Geld investiert hat, um beide Häuser baulich und funktional auf einen modernen Standard zu bringen, gibt es im laufenden Jahr keine großen Investitionen mehr. In Bad Liebenwerda wird vom Altenauer Künstler der Eingangsbereich funktionaler und attraktiver gestaltet werden. Unser Augenmerk gilt jetzt vor allem der inhaltlichen Arbeit, um mit unseren sehr guten Bedingungen noch besser wuchern zu können.
Was bedeutet das konkret?
In beiden Häusern werden wir ein Besucherleitsystem erarbeiten, damit sich die Gäste besser und schneller zurechtfinden. Überhaupt wollen wir noch mehr Besucher locken. In Finsterwalde insbesondere Chöre durch die ständige Ausstellung zur Sangesgeschichte, für welche die Kopfhörerführung realisiert werden soll. Aber auch mit den Präsentationen zur Kaufmannsgeschichte in Finsterwalde und in Bad Liebenwerda durch die von Paul Böckelmann attraktiv gestaltete ständige Ausstellung zur Puppentheatergeschichte hoffen wir auf mehr Leute. Durch diese Veränderungen hat sich die Verweildauer der Besucher bei ihren Rundgängen erhöht. Wir streben eine noch bessere Zusammenarbeit mit den Schulen an. Es gibt auch konkrete Vorstellungen, wie wir uns durch gut aufgemachte Werbematerialien und Veranstaltungsflyer bei Messen und Touristikbörsen besser vermarkten können.
Der neue Kulturkalender des Landkreises weist eine Fülle von Höhepunkten in beiden Einrichtungen aus. Ist die Hauptaufgabe von Museen aber nicht eine andere?
Ja, das ist so, wird aber in der Öffentlichkeit nicht immer wahrgenommen. Unsere Hauptarbeitsfelder sind das Sammeln von historisch wertvollem Gut, das Inventarisieren und natürlich auch die Forschungsarbeit. Das wird von unseren Mitarbeitern und Freunden der Museen intensiv getan. Die Jahresschrift „Der Speicher“ am Finsterwalder Museum – das neue Heft wird am 18. Oktober öffentlich vorgestellt – und die jährlichen Heimatkalender in Bad Liebenwerda sind dafür beredte Belege wie auch die Vortragsreihen vor allem zu regional historischen Themen.
Haben Sie genug Mitarbeiter für die umfangreichen Aufgaben?
Wir sind in beiden Häusern ein gut eingespieltes Stammteam, dazu kommen momentan je eine Kommunalkombikraft und immer wieder auch ehrenamtliche Helfer, wie zum Beispiel Johannes Schönau, Peter Ettrich und Joachim Walter in Finsterwalde.
Warum organisieren die beiden Museen dann noch viele Kulturevents für die Öffentlichkeit?
Einerseits wollen unsere Häuser durchaus „Leuchttürme“ für die kulturelle Versorgung unserer Bevölkerung sein und andererseits wollen wir über diesen Weg neues Publikum auf unsere museale Arbeit und unsere Ausstellungen neugierig machen.
Welche Veranstaltungen wird es 2011 noch geben?
Da können gar nicht alle an dieser Stelle aufgezählt werden. Das vom Landkreis herausgegebene Veranstaltungsheft „Kulturzeit“ gibt ausführlich Auskunft und ist kostenlos zu haben. Auf jeden Fall möchte ich auf das 13. Internationale Puppentheaterfestival hinweisen, das im Finsterwalder Museum mit „Amadeus“ nach der Filmvorlage von Peter Shaffer am 16. September eröffnet wird. Das Theatrum Bremen stellt die Legende, Mozart sei durch seinen Konkurrenten Salieri vergiftet worden, mit den verschiedensten Mitteln der darstellenden Kunst in den Mittelpunkt. Tags darauf steigt im Bad Liebenwerdaer Museum die „Lange Nacht des Puppenspiels“ mit dem „Weißen Rössl“ und großer russischer Varietee-Marionettentheaterkunst. Die durch ihre „Morph“-Präsentationen bekannten jungen Künstler Sebastian Arsand und Jens Puppe bekommen eine große Ausstellung in Finsterwalde und in Bad Liebenwerda lockt im September die Ausstellung zu „Puppenspiel und Literatur“ und danach über „Sagen und Sagengestalten im Elbe-Elster-Land“ mit einer unterhaltsamen Sagennacht am Lubwartturm am 22. Oktober.
Worauf freut sich der Museumsleiter am meisten?
Das sind gleich drei Veranstaltungen. Ich freue mich auf die Schauspielerin Jutta Hoffmann, die im Rahmen „Ein Landkreis liest“ zum bundesweiten Vorlesetag am 18. November aus Falladas Erfolgsroman „Kleiner Mann – was nun“ vorträgt. Besonders freue ich mich auf die Ausstellung zum 75. Geburtstag des Illustrators Klaus Ensikat, der in Finsterwalde aufgewachsen und seine Lehre als Gebrauchswerber absolviert hat. Sein Bruder, der Autor Peter Ensikat, wird zur Ausstellungseröffnung am 25. November sprechen. Zunächst freue ich mich jedoch auf das reizvolle Konzert „Fifty-Fifty“ mit Scarlett O' und Jürgen Ehle, die am 21. Oktober von den Freuden und Leiden der Fünfzig als „Hälfte des Lebens“ singen. Alle drei Veranstaltungen finden im Finsterwalder Museum statt.
Und was wünscht sich der Museumsleiter?
Viele interessierte Besucher in unseren beiden Häusern.
Mit Rainer Ernst
sprach Jürgen Weser
jgw1
Nachdem der Landkreis in den letzten Jahren viel Geld investiert hat, um beide Häuser baulich und funktional auf einen modernen Standard zu bringen, gibt es im laufenden Jahr keine großen Investitionen mehr. In Bad Liebenwerda wird vom Altenauer Künstler der Eingangsbereich funktionaler und attraktiver gestaltet werden. Unser Augenmerk gilt jetzt vor allem der inhaltlichen Arbeit, um mit unseren sehr guten Bedingungen noch besser wuchern zu können.
Was bedeutet das konkret?
In beiden Häusern werden wir ein Besucherleitsystem erarbeiten, damit sich die Gäste besser und schneller zurechtfinden. Überhaupt wollen wir noch mehr Besucher locken. In Finsterwalde insbesondere Chöre durch die ständige Ausstellung zur Sangesgeschichte, für welche die Kopfhörerführung realisiert werden soll. Aber auch mit den Präsentationen zur Kaufmannsgeschichte in Finsterwalde und in Bad Liebenwerda durch die von Paul Böckelmann attraktiv gestaltete ständige Ausstellung zur Puppentheatergeschichte hoffen wir auf mehr Leute. Durch diese Veränderungen hat sich die Verweildauer der Besucher bei ihren Rundgängen erhöht. Wir streben eine noch bessere Zusammenarbeit mit den Schulen an. Es gibt auch konkrete Vorstellungen, wie wir uns durch gut aufgemachte Werbematerialien und Veranstaltungsflyer bei Messen und Touristikbörsen besser vermarkten können.
Der neue Kulturkalender des Landkreises weist eine Fülle von Höhepunkten in beiden Einrichtungen aus. Ist die Hauptaufgabe von Museen aber nicht eine andere?
Ja, das ist so, wird aber in der Öffentlichkeit nicht immer wahrgenommen. Unsere Hauptarbeitsfelder sind das Sammeln von historisch wertvollem Gut, das Inventarisieren und natürlich auch die Forschungsarbeit. Das wird von unseren Mitarbeitern und Freunden der Museen intensiv getan. Die Jahresschrift „Der Speicher“ am Finsterwalder Museum – das neue Heft wird am 18. Oktober öffentlich vorgestellt – und die jährlichen Heimatkalender in Bad Liebenwerda sind dafür beredte Belege wie auch die Vortragsreihen vor allem zu regional historischen Themen.
Haben Sie genug Mitarbeiter für die umfangreichen Aufgaben?
Wir sind in beiden Häusern ein gut eingespieltes Stammteam, dazu kommen momentan je eine Kommunalkombikraft und immer wieder auch ehrenamtliche Helfer, wie zum Beispiel Johannes Schönau, Peter Ettrich und Joachim Walter in Finsterwalde.
Warum organisieren die beiden Museen dann noch viele Kulturevents für die Öffentlichkeit?
Einerseits wollen unsere Häuser durchaus „Leuchttürme“ für die kulturelle Versorgung unserer Bevölkerung sein und andererseits wollen wir über diesen Weg neues Publikum auf unsere museale Arbeit und unsere Ausstellungen neugierig machen.
Welche Veranstaltungen wird es 2011 noch geben?
Da können gar nicht alle an dieser Stelle aufgezählt werden. Das vom Landkreis herausgegebene Veranstaltungsheft „Kulturzeit“ gibt ausführlich Auskunft und ist kostenlos zu haben. Auf jeden Fall möchte ich auf das 13. Internationale Puppentheaterfestival hinweisen, das im Finsterwalder Museum mit „Amadeus“ nach der Filmvorlage von Peter Shaffer am 16. September eröffnet wird. Das Theatrum Bremen stellt die Legende, Mozart sei durch seinen Konkurrenten Salieri vergiftet worden, mit den verschiedensten Mitteln der darstellenden Kunst in den Mittelpunkt. Tags darauf steigt im Bad Liebenwerdaer Museum die „Lange Nacht des Puppenspiels“ mit dem „Weißen Rössl“ und großer russischer Varietee-Marionettentheaterkunst. Die durch ihre „Morph“-Präsentationen bekannten jungen Künstler Sebastian Arsand und Jens Puppe bekommen eine große Ausstellung in Finsterwalde und in Bad Liebenwerda lockt im September die Ausstellung zu „Puppenspiel und Literatur“ und danach über „Sagen und Sagengestalten im Elbe-Elster-Land“ mit einer unterhaltsamen Sagennacht am Lubwartturm am 22. Oktober.
Worauf freut sich der Museumsleiter am meisten?
Das sind gleich drei Veranstaltungen. Ich freue mich auf die Schauspielerin Jutta Hoffmann, die im Rahmen „Ein Landkreis liest“ zum bundesweiten Vorlesetag am 18. November aus Falladas Erfolgsroman „Kleiner Mann – was nun“ vorträgt. Besonders freue ich mich auf die Ausstellung zum 75. Geburtstag des Illustrators Klaus Ensikat, der in Finsterwalde aufgewachsen und seine Lehre als Gebrauchswerber absolviert hat. Sein Bruder, der Autor Peter Ensikat, wird zur Ausstellungseröffnung am 25. November sprechen. Zunächst freue ich mich jedoch auf das reizvolle Konzert „Fifty-Fifty“ mit Scarlett O' und Jürgen Ehle, die am 21. Oktober von den Freuden und Leiden der Fünfzig als „Hälfte des Lebens“ singen. Alle drei Veranstaltungen finden im Finsterwalder Museum statt.
Und was wünscht sich der Museumsleiter?
Viele interessierte Besucher in unseren beiden Häusern.
Mit Rainer Ernst
sprach Jürgen Weser
jgw1
Werbung
