Ulrike schwimmt in die Heimat und sieht ihre Zukunft in Finsterwalde

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Finsterwalde Die Lausitz steht in dem Ruf, dass ihr junge Menschen aus Mangel an Perspektiven den Rücken kehren. Lehre oder Studium locken sie in die Ferne, wo sie meist auch berufliche und familiäre Wurzeln schlagen. Ulrike Lortz war mehrere Jahre in Potsdam. Jetzt ist sie 26 und sieht ihre Zukunft in Finsterwalde.

28.07.2011
Schwimmschule
Waldbad Crinitz - Ulrike Lortz und ihre kleinen Schwimmlehrlinge Charlotta, Nils, Xenia, Isabell, Jannik, Lilli, Dustin, Jakob, Lara
Foto: Dietmar Seidel (Desk)
Charlotta, Nils, Xenia, Isabell, Jannik, Lilli, Dustin, Jakob und Lara lernen im Waldbad Crinitz das Schwimmen. Ihre Lehrerin ist Ulrike Lortz. Sie schwimmt seit ihrem 5. Lebensjahr. Von Ende der 1990er-Jahre bis 2006 war ihr Name häufig in Sportberichten der Finsterwalder Rundschau zu lesen. Ulrike schwamm für den SV Neptun 08 regelmäßig auf Podestplätze, wurde Lausitz-Meisterin, Landesmeisterin und deutsche Meisterin.

Ihre Leidenschaft fürs nasse Element hat sie zu ihrem Beruf gemacht. Wer also könnte den Kindern im Crinitzer Bad das Schwimmen besser beibringen als Ulrike?

Die junge Frau hatte in den zurückliegenden Jahren ihren Lebensmittelpunkt in Potsdam. „Nach der 6. Klasse besuchte ich zwei Jahre die Sportschule Friedrich Ludwig Jahn in Potsdam. Meinen 10. Klasse-Abschluss habe ich am Sängerstadt-Gymnasium gemacht und bin dann wieder nach Potsdam zur Lehrausbildung gegangen“, erzählt sie. Drei Jahre lang erwarb sie sich das nötige Wissen als Fachangestellte für Bäderbetriebe – „das ist, was man auch als Schwimmmeister bezeichnet“, erklärt sie lächelnd. Nach erfolgreichem Abschluss sammelte sie in der Bäderlandschaft Potsdam fünf Jahre Berufserfahrung. Sie besuchte Fortbildungen zum Aquainstructor für Babyschwimmen und Aqua Fitness. Und sie erkämpfte von 2002 bis 2008 mehrfach den Titel als internationale deutsche Meisterin der Schwimmmeister auf verschiedenen Strecken. Der Wettbewerb wird jährlich vom Bund Deutscher Schwimmmeister ausgerichtet. Freistil und Delphin sind ihre Spezialdisziplinen im Becken.

Im Sommer hat Ulrike Lortz am Oberstufenzentrum Elbe-Elster nach einem Jahr das Wirtschafts- und Verwaltungsfachabitur erworben. Mit Lortzsportz wagt die 26-jährige sportliche junge Frau jetzt den Schritt in die Selbstständigkeit. Schwimm- und Aquakurse will sie anbieten und hiesige Schwimmbäder dafür nutzen. Den Wunsch Zielgruppe: vom Baby bis zum Erwachsenen.

 

Zum Thema:

Insgesamt 2000 Schüler und Absolventen im Alter von 16 bis 30 Jahren hatte das Berliner Institut für Stadtplanung und Infrastruktur (IfS) 2010 in den Städten Beeskow, Belzig, Eberswalde, Falkensee, Finsterwalde und Oranienburg zur Lebenszufriedenheit und Bindungskraft in den Mittelzentren befragt. Bemerkbar machte sich der Fortzug vor allem in den Berlin-fernen Regionen wie der Lausitz, Uckermark oder der Prignitz.Allein in den Jahren von 2003 bis 2008 ergab die Landesbilanz der Fort- und Zuzüge in dieser Altersgruppe ein jährliches Minus von 11 000. Grund war auch die fehlende Perspektive in der Heimat. Mehr Informationen über Ulrike Lortz gibt es im Internet unter: www.lortzsportz.de

Von Heike Lehmann
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